Der Critical Raw Materials Act (CRMA) setzt klare Ziele: Bis 2030 sollen mindestens 10 % des EU-Bedarfs durch heimische Extraktion, 40 % durch europäische Verarbeitung und 25 % durch Recycling gedeckt werden. Doch wie kann europäischer Bergbau – mit strengeren Umweltauflagen und höheren Kosten – global wettbewerbsfähig bleiben?
Von statischen Modellen zu Echtzeit-Intelligenz
Konventionelle Bergbauplanung basiert auf statischen Lagerstättenmodellen, denen die räumliche Auflösung für optimale Entscheidungen fehlt. Das EGARoh-Verbundvorhaben PLING verfolgt einen neuen Ansatz: Eine mobile Sensorplattform erfasst Daten direkt im Gewinnungsprozess – mittels LIDAR, Radar, Hyperspektralkamera und XRF – und überführt diese in Echtzeit in aktualisierte Lagerstättenmodelle und adaptive Prozesssteuerung.
Ökologie als Teil der Planung
PLING integriert Umweltmonitoring direkt in den Abbau. Potenzielle Risiken wie Acid Mine Drainage werden frühzeitig erkannt und in die Abbauplanung einbezogen – für einen nachhaltigeren und gesellschaftlich akzeptierten Bergbau.
Ein System, drei Rohstoffe
Die Plattform wird in drei realen Bergwerken erprobt: Gips in Hüttenheim, Kalisalz an der Werra und Lithium in Zinnwald – drei Rohstoffe mit völlig unterschiedlichen geologischen Bedingungen. Die Ergebnisse sollen in internationale Standards wie die UNFC überführt werden.