ÜBER DAS PROJEKT

PLING – Sensorbasierte Datenplattform für den Bergbau der Zukunft

Das Forschungsprojekt PLING (Plattformbasierte Integration und Nutzung von Gewinnungsdaten) bringt Industrie und Forschung zusammen, um Rohstoffgewinnung neu zu denken. Dazu entwickelt PLING eine sensorbasierte Plattform, die Daten direkt aus dem Gewinnungsprozess intelligent nutzt, um Lagerstätten besser zu verstehen und zu modellieren, Produktionsentscheidungen in Echtzeit zu optimieren, Ressourcen effizienter einzusetzen und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Erprobt wird sie anhand von Fallstudien zu Lithium, Kalisalz und Gips. Die Ergebnisse sollen in internationale Standards wie die UNFC überführt werden.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und umfasst fünf Verbundpartner: TU BAF, RWTH Aachen (AMT & MRE), Knauf Gips und Innomotics sowie zwei assoziierte Partner: K+S Gruppe und Zinnwald Lithium.

KONTEXT

Kritische Rohstoffe: Eine europäische Herausforderung

Der im Mai 2024 in Kraft getretene EU Critical Raw Materials Act listet 34 kritische Rohstoffe, die für die europäische Industrie unverzichtbar sind. Europa importiert derzeit über 90 % strategischer Rohstoffe wie Lithium, Seltene Erden und Kobalt aus Drittstaaten. Heimische Lagerstätten sind jedoch durch wachsende geologische Komplexität geprägt, und konventionelle Planungsansätze stoßen an ihre Grenzen.

Hier setzt PLING an: Durch den Einsatz moderner Sensorik, maschinellen Lernens und intelligenter Steuerungssysteme ermöglicht das Projekt eine präzisere Exploration und selektivere Gewinnung von Rohstoffen. Ressourcen werden effizienter genutzt, Umweltbelastungen minimiert und die Abhängigkeit von Importen langfristig reduziert – ein entscheidender Beitrag zur Rohstoffsicherheit Europas.

ARCHITEKTUR

Drei Säulen der Datenplattform

Das PLING-System basiert auf drei zentralen Säulen, die auf einer integrierten Sensor- und Datenplattform aufbauen:
Säule 1

Echtzeit-Aktualisierung von Lagerstättenmodellen

Dynamische Aktualisierung geologischer Modelle durch Sensordaten, für präzisere Exploration und optimierte Gewinnung.
Säule 2

Produktionssteuerung und Optimierung

Datenbasierte Optimierung von Produktionsentscheidungen und automatisierte Steuerung der Abbauprozesse.
Säule 3

Umweltmonitoring

Berührungslose Erfassung und Analyse umweltrelevanter Parameter zur Früherkennung ökologischer Risiken.
STRUKTUR

Neun Arbeitspakete für drei Jahre

Das Projekt gliedert sich in neun eng verzahnte Arbeitspakete, die den gesamten Innovationszyklus von der Bestandsaufnahme bis zum Wissenstransfer abdecken:

  • AP1: Anforderungs- und Use Case Analyse (KNAUF)
  • AP2: Trägerplattform und Sensorkonzept (AMT)
  • AP3: Datenplattform und -integration (Innomotics)
  • AP4: Echtzeit-Aktualisierung von Lagerstättenmodellen (TUBAF)
  • AP5: Umweltmonitoring (MRE)
  • AP6: Produktionssteuerung und Optimierung
  • AP7: Demonstration des Gesamtsystems (KNAUF)
  • AP8: Verwertung (TUBAF)
  • AP9: Projektmanagement und Außendarstellung (TUBAF)
FÖRDERUNG

Eingebettet in die nationale Rohstoffstrategie

PLING wird im Rahmen der EGARoh-Fördermaßnahme (Entwicklung von innovativen Gewinnungs- und Aufbereitungstechnologien von primären und sekundären Rohstoffquellen) durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

Das Gesamtfördervolumen beträgt 2,75 Mio. € bei einer Laufzeit von drei Jahren (2026–2028). Die Projektträgerschaft liegt beim Projektträger Jülich (PtJ). Das Förderkennzeichen lautet 033R433A.

Die Fördermaßnahme ist Teil der nationalen Rohstoffstrategie und zielt darauf ab, Deutschlands Technologiekompetenz in der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung zu stärken – insbesondere bei kritischen Rohstoffen, die für die Energie- und Mobilitätswende unverzichtbar sind.

Hauptgebäude der TU Bergakademie Freiberg
Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
FÖRDERHINWEIS

Das Projekt PLING wird durch das BMFTR im Rahmen der Fördermaßnahme „EGARoh“ unter dem Förderkennzeichen 033R433A gefördert.

zur Förderrichtlinie: „Neue Wege zur Erkundung, Gewinnung und Aufbereitung von Primärrohstoffen im Kontext nationaler und europäischer Zusammenarbeit“ im Rahmen der Strategie zur Forschung für Nachhaltigkeit (FONA).